Ausbildungszentrum

Gereba, Kaffa

Vision und Zweck des Projekts

Unsere Vision ist es, in Äthiopien eine Schule zu schaffen, die mehr als nur Bildung vermittelt – sie soll ein Zentrum für ganzheitliche Entwicklung sein. Die Schüler aus ländlichen Regionen sollen hier eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten, die nicht nur traditionelle Fächer, sondern auch praktische Fertigkeiten wie Handwerk, landwirtschaftliche Techniken, Kunst, Musik und Sport umfasst. Dieses Projekt geht über die reine Schulbildung hinaus und fördert ein nachhaltiges Lernen, das sowohl die Schüler als auch die gesamte Gemeinschaft stärkt und zukunftsfähig macht.

Aktuelle Situation und Herausforderungen vor Ort

In den ländlichen Gebieten Äthiopiens ist der Zugang zu Bildung eine seltene Möglichkeit. Die Schulen kämpfen mit schweren infrastrukturellen Mängeln: fehlende Elektrizität, unzureichende Wasserversorgung und begrenzte Ressourcen. Lehrer arbeiten unter schwierigen Bedingungen mit niedrigen Gehältern, was es schwer macht, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu halten. Dieses Projekt will diesen Teufelskreis durchbrechen, indem es eine stabile, nachhaltige und unterstützende Lernumgebung schafft, die nicht nur den Schülern, sondern auch der Gemeinschaft zugutekommt.

Herausforderungen des Standorts

Die Schule wird in einer unterversorgten ländlichen Region gebaut, wo der Zugang zu Bildung für viele Kinder durch große Entfernungen und mangelnde Infrastruktur erschwert wird. Auch die landwirtschaftlichen Bedingungen stellen eine Herausforderung dar, aber das fruchtbare Land und die hohe Niederschlagsmenge machen den Standort zu einem idealen Platz für landwirtschaftliches Lernen und nachhaltige Entwicklung

"Bildung kennt keine Grenzen – sie wächst dort, wo Mut und Hoffnung zusammenfinden."

Die geplante Schule und das Bildungsprogramm

Der Campus wird nicht nur moderne Klassenzimmer und sichere Unterkünfte bieten, sondern auch praktische Lernfelder in Landwirtschaft, Handwerk und modernen Technologien wie Computerarbeit und Bibliothek. Kunst, Musik und Sport werden ebenfalls integrale Bestandteile des Programms sein, um die Schüler ganzheitlich zu fördern und ihre kreativen und körperlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Schüler sollen die Fähigkeiten erlernen, die sie benötigen, um in verschiedenen Sektoren der ländlichen Entwicklung zu arbeiten. Dies schließt sowohl traditionelle Fertigkeiten als auch moderne Berufe ein, um den Schülern eine breite und zukunftssichere Ausbildung zu bieten.

Legde

10. Football Court
11. Basketball Court
12. Marching Area
13. Teachers Lounge
14. Labortatory
15. Parking
16. Existing
17. Demolished
18. Entrance

Legende

1. Library
2. Hall
3. Classroom Type 1
4. Classroom Type 2
5. Open Air Class Room
6. Farm for Vegetables
7. Farm for Fruits
8. Admin Office
9. VIP* Toilet

* Ventilated Improved Pit

"Ein Dorf ohne Älteste ist wie ein Baum ohne Wurzeln."

Wie die Schule und die Gemeinschaft profitieren

Diese ganzheitliche Ausbildung ermöglicht es den Schülern, aktiv zur Entwicklung ihrer Region beizutragen und sich gleichzeitig zu selbstbewussten und vielseitigen Persönlichkeiten zu entwickeln. Die Schule wird außerdem durch ihre landwirtschaftlichen und handwerklichen Programme Einkommen generieren, das in den Ausbau von Bildungsressourcen und die Unterstützung der lokalen Gemeinschaft reinvestiert wird. Selbstgenügsamkeit ist ein zentraler Bestandteil des Projekts.

Campus-und Programmdetails

Die landwirtschaftlichen Felder auf dem Campus werden nicht nur der Ernährung der Schüler dienen, sondern auch als Modell für nachhaltige Landwirtschaft in der Region. Überschüssige Erträge aus der Landwirtschaft werden zur Finanzierung zusätzlicher Ressourcen verwendet. Darüber hinaus werden Arbeitsplätze geschaffen und die Gemeinschaft aktiv in die Entwicklung des Projekts eingebunden.

UPDATES

UPDATE Dezember 2025

Jahresrückblick und Ausblick

2025 war für das Schulprojekt in Gereba ein Jahr der Transformation. Der Fokus verlagerte sich spürbar vom reinen Aufbau hin zur ersten tatsächlichen Nutzung der Infrastruktur. Gleichzeitig war das Jahr geprägt von Herausforderungen, die Geduld, Zusammenarbeit und Vertrauen erforderten.

Ein einschneidendes Ereignis war der schwere Erdrutsch im August, ausgelöst durch intensive Regenfälle. Die Zufahrtsstrasse wurde über mehrere Monate unpassierbar, wodurch jeglicher Material- und Fahrzeugtransport zum Erliegen kam. Obwohl die Ressourcen vorhanden waren, stand das Projekt für rund vier Monate still – allein aufgrund fehlender Zugänglichkeit. Erst nach dem Ende der Regenzeit konnten der Gemeindepräsident und die lokalen Behörden die Strasse wieder instand setzen und den Zugang sicher freigeben. Dieser Moment machte deutlich: Das Projekt wird nicht isoliert getragen, sondern ist fest in der lokalen Verantwortung verankert.

Im Dezember war der Präsident der Stiftung, Desta Kebede, persönlich vor Ort. Der Besuch zeigte eindrücklich, wie stark sich das Schulgelände trotz der Verzögerungen weiterentwickelt hat. Zum ersten Mal ist eine zusammenhängende, funktionierende Schulinfrastruktur erkennbar. Die Atmosphäre vor Ort war geprägt von Dankbarkeit, Hoffnung und der Überzeugung, dass dieser Ort langfristig Leben verändern wird. Symbolisch dafür stand auch die traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie, die von den Lehrerinnen vorbereitet wurde, sowie der herzliche Empfang durch die Schülerinnen und Schüler.

Baufortschritt – Die Schule nimmt Gestalt an

Seit Projektbeginn war klar: Nachhaltige Bildung braucht stabile, funktionale und langfristig nutzbare Infrastruktur. Trotz der Unterbrechung durch den Erdrutsch konnten 2025 wesentliche Meilensteine erreicht werden. Fertiggestellt oder kurz vor Abschluss sind:

  • ein zweistöckiges Bibliotheksgebäude

  • vier neue Klassenzimmer

  • ein Doppelklassenzimmer

  • ein grosszügiger Open-Classroom für flexible Lernformate

  • die Renovation von zwei bestehenden Schulgebäuden

  • ein vollständig neuer Kompost-Toilettenblock

  • ein Gäste- und Lehrerhaus mit vier Zimmern

  • ein zusätzliches Haus für Projektmanagement und Koordination

Mit diesen Bauten ist erstmals eine klar strukturierte Schulumgebung entstanden, die Lernen, Austausch und Entwicklung ermöglicht.

Die nächsten Schritte – Von Gebäuden zu Programmen

Mit dem weitgehenden Abschluss der baulichen Infrastruktur richtet sich der Blick nun auf das Herzstück der Vision: die Bildungsprogramme. In den kommenden Monaten werden Programme in den Bereichen IT, Unternehmertum, Permakultur und praktisches Handwerk aufgebaut. Ziel ist es, Jugendliche nicht nur theoretisch auszubilden, sondern ihnen konkrete Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln.

Ein zentraler Bestandteil wird der Schulgarten sein. Er verfolgt drei klare Ziele: die Versorgung der Schule mit Lebensmitteln, die Vermittlung praktischer landwirtschaftlicher Fähigkeiten sowie die Generierung eines eigenen Einkommens für den Schulbetrieb.

Parallel dazu werden zwei essenzielle Systeme umgesetzt: eine Solaranlage für eine stabile Stromversorgung von IT-Raum, Beleuchtung und Sicherheit sowie Wasseraufbereitung und Reservoirs für Hygiene, Garten und langfristige Versorgung. Damit wird der Schulbetrieb unabhängig, verlässlich und ausbaufähig.

Zudem befinden wir uns in der finalen Auswahl eines Projektmanagers, der ab 2026 dauerhaft vor Ort leben und das Projekt täglich begleiten wird. Seine Aufgaben umfassen die Koordination aller Programme, die Unterstützung der Lehrpersonen, den Aufbau und die Pflege des Schulgartens sowie die Verbindung zwischen Schule, Dorf, Behörden und Stiftung. Dieser Schritt markiert den Übergang in eine Phase kontinuierlichen Wachstums.

Danke – Gemeinsam Zukunft schenken

Was in Gereba geschieht, ist nur dank der Unterstützung vieler engagierter Menschen möglich. Jeder Beitrag fliesst direkt in Bildung, Infrastruktur und Programme vor Ort. Wer in Bildung investiert, stärkt eine ganze Region – nachhaltig, langfristig und wirkungsvoll.

Neu ist es zudem möglich, Spenden auch bequem per TWINT zu tätigen. Unsere Website ist ausserdem vollständig auf Englisch verfügbar.

Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern von Herzen, dass sie diesen Weg mit uns gehen.

Nachhaltige Möbel – Bambus als lokale Lösung

2025 wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht: Erstmals wurden eigene Schulmöbel aus Bambus entwickelt. Bambus ist in der Region Kaffa reichlich vorhanden, wächst schnell nach, ist äusserst robust und kann von lokalen Handwerkern verarbeitet werden.

Die ersten Prototypen – Stühle, Bänke, Schülerpulte und Bücherregale – sind bereits im Einsatz. Schülerinnen und Schüler testen sie aktuell auf Komfort und Stabilität. Ihre Rückmeldungen fliessen direkt in den finalen Produktionsprozess ein. Ziel ist es, im ersten Quartal 2026 die gesamte Schule vollständig mit lokal produzierten Bambusmöbeln auszustatten und so nachhaltige Wertschöpfung vor Ort zu schaffen.

Der erste IT-Kurs – Ein historischer Moment

Mit der Ankunft von 30 aufbereiteten Laptops – einer grosszügigen Sachspende – begann im November ein neues Kapitel für die Jugendlichen in Gereba. Der Import nach Äthiopien war mit bürokratischem Aufwand, zusätzlichen Dokumenten und mehreren Kontrollschritten verbunden, konnte jedoch erfolgreich abgeschlossen werden.

Im November startete der erste IT-Kurs in der Geschichte des Dorfes. Rund 20 Schülerinnen und Schüler, Mädchen und Jungen gleichermassen, nahmen teil. Für viele war es das erste Mal, dass sie ein Dokument erstellten, Dateien speicherten oder im Internet recherchierten. Dieser Moment war für die gesamte Gemeinschaft spürbar: Digitale Bildung ist nicht länger Zukunft – sie ist Teil des Alltags geworden.

UPDATE Mai 2025

Fortschritt Bau-Update Schulprojekt Gereba

Der Präsident der Stiftung, Desta Kebede, war Ende Mai 2025 persönlich vor Ort in Gereba, Äthiopien, um sich ein Bild vom Fortschritt des Schulprojekts zu machen. Die Entwicklungen vor Ort sind ermutigend und zeigen deutlich, dass unser gemeinsames Engagement konkrete Früchte trägt.

Inzwischen ist der Rohbau der zweistöckigen Bibliothek vollständig abgeschlossen. Zusätzlich wurden vier Einzelklassenzimmer sowie ein Doppelklassenzimmer errichtet. Ein weiteres Klassenzimmer mit offener Struktur wurde ebenfalls gebaut und wird künftig für flexible Lernformate genutzt. Auch ein erstes Lehrerhaus steht bereits, ebenso ein Toilettenblock für die Schülerinnen und Schüler. Ein zweiter Toilettenblock ist bereits in Planung, um den steigenden Bedarf in Zukunft abdecken zu können. Parallel dazu arbeiten wir an praktikablen Lösungen für die Regenwassersammlung sowie der Aufbereitung von Trinkwasser – zwei zentrale Elemente für einen funktionierenden und nachhaltigen Schulbetrieb. Hier stehen in den kommenden Wochen Abklärungen und erste technische Umsetzungen an.

Ein weiterer Fokus liegt aktuell auf der Beschaffung von Schulbänken. Dabei legen wir besonderen Wert auf Qualität, Stabilität und Langlebigkeit – und prüfen zurzeit mehrere Angebote und Ausführungen, um eine passende Ausstattung für alle Klassenzimmer sicherzustellen. Auch das Thema Energieversorgung wurde inzwischen aufgegriffen: Das Gelände wurde technisch begutachtet, und es zeigt sich, dass eine Versorgung über ein solares Energiesystem die geeignetste Lösung für den Standort darstellt. Nun befinden wir uns in der Phase, Angebote einzuholen und ein passendes System für die Bedürfnisse der Schule auszuwählen.

Der Besuch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig dieses Projekt für die Region ist – und wie viel Hoffnung, Dynamik und Verantwortung darin steckt. Mit jedem fertiggestellten Gebäudeteil wächst nicht nur die Schule, sondern auch eine Vision: Bildung ermöglichen, in einem Umfeld, das auf Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Selbstverantwortung baut.

Wir danken allen, die dieses Projekt mittragen und ermöglichen.

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