Update Dezember 2025

Jahresrückblick und Ausblick

2025 war für das Schulprojekt in Gereba ein Jahr der Transformation. Der Fokus verlagerte sich spürbar vom reinen Aufbau hin zur ersten tatsächlichen Nutzung der Infrastruktur. Gleichzeitig war das Jahr geprägt von Herausforderungen, die Geduld, Zusammenarbeit und Vertrauen erforderten.

Ein einschneidendes Ereignis war der schwere Erdrutsch im August, ausgelöst durch intensive Regenfälle. Die Zufahrtsstrasse wurde über mehrere Monate unpassierbar, wodurch jeglicher Material- und Fahrzeugtransport zum Erliegen kam. Obwohl die Ressourcen vorhanden waren, stand das Projekt für rund vier Monate still – allein aufgrund fehlender Zugänglichkeit. Erst nach dem Ende der Regenzeit konnten der Gemeindepräsident und die lokalen Behörden die Strasse wieder instand setzen und den Zugang sicher freigeben. Dieser Moment machte deutlich: Das Projekt wird nicht isoliert getragen, sondern ist fest in der lokalen Verantwortung verankert.

Im Dezember war der Präsident der Stiftung, Desta Kebede, persönlich vor Ort. Der Besuch zeigte eindrücklich, wie stark sich das Schulgelände trotz der Verzögerungen weiterentwickelt hat. Zum ersten Mal ist eine zusammenhängende, funktionierende Schulinfrastruktur erkennbar. Die Atmosphäre vor Ort war geprägt von Dankbarkeit, Hoffnung und der Überzeugung, dass dieser Ort langfristig Leben verändern wird. Symbolisch dafür stand auch die traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie, die von den Lehrerinnen vorbereitet wurde, sowie der herzliche Empfang durch die Schülerinnen und Schüler.

Baufortschritt – Die Schule nimmt Gestalt an

Seit Projektbeginn war klar: Nachhaltige Bildung braucht stabile, funktionale und langfristig nutzbare Infrastruktur. Trotz der Unterbrechung durch den Erdrutsch konnten 2025 wesentliche Meilensteine erreicht werden. Fertiggestellt oder kurz vor Abschluss sind:

  • ein zweistöckiges Bibliotheksgebäude

  • vier neue Klassenzimmer

  • ein Doppelklassenzimmer

  • ein grosszügiger Open-Classroom für flexible Lernformate

  • die Renovation von zwei bestehenden Schulgebäuden

  • ein vollständig neuer Kompost-Toilettenblock

  • ein Gäste- und Lehrerhaus mit vier Zimmern

  • ein zusätzliches Haus für Projektmanagement und Koordination

Mit diesen Bauten ist erstmals eine klar strukturierte Schulumgebung entstanden, die Lernen, Austausch und Entwicklung ermöglicht.

Nachhaltige Möbel – Bambus als lokale Lösung

2025 wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht: Erstmals wurden eigene Schulmöbel aus Bambus entwickelt. Bambus ist in der Region Kaffa reichlich vorhanden, wächst schnell nach, ist äusserst robust und kann von lokalen Handwerkern verarbeitet werden.

Die ersten Prototypen – Stühle, Bänke, Schülerpulte und Bücherregale – sind bereits im Einsatz. Schülerinnen und Schüler testen sie aktuell auf Komfort und Stabilität. Ihre Rückmeldungen fliessen direkt in den finalen Produktionsprozess ein. Ziel ist es, im ersten Quartal 2026 die gesamte Schule vollständig mit lokal produzierten Bambusmöbeln auszustatten und so nachhaltige Wertschöpfung vor Ort zu schaffen.

Der erste IT-Kurs – Ein historischer Moment

Mit der Ankunft von 30 aufbereiteten Laptops – einer grosszügigen Sachspende – begann im November ein neues Kapitel für die Jugendlichen in Gereba. Der Import nach Äthiopien war mit bürokratischem Aufwand, zusätzlichen Dokumenten und mehreren Kontrollschritten verbunden, konnte jedoch erfolgreich abgeschlossen werden.

Im November startete der erste IT-Kurs in der Geschichte des Dorfes. Rund 20 Schülerinnen und Schüler, Mädchen und Jungen gleichermassen, nahmen teil. Für viele war es das erste Mal, dass sie ein Dokument erstellten, Dateien speicherten oder im Internet recherchierten. Dieser Moment war für die gesamte Gemeinschaft spürbar: Digitale Bildung ist nicht länger Zukunft – sie ist Teil des Alltags geworden.

Die nächsten Schritte – Von Gebäuden zu Programmen

Mit dem weitgehenden Abschluss der baulichen Infrastruktur richtet sich der Blick nun auf das Herzstück der Vision: die Bildungsprogramme. In den kommenden Monaten werden Programme in den Bereichen IT, Unternehmertum, Permakultur und praktisches Handwerk aufgebaut. Ziel ist es, Jugendliche nicht nur theoretisch auszubilden, sondern ihnen konkrete Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln.

Ein zentraler Bestandteil wird der Schulgarten sein. Er verfolgt drei klare Ziele: die Versorgung der Schule mit Lebensmitteln, die Vermittlung praktischer landwirtschaftlicher Fähigkeiten sowie die Generierung eines eigenen Einkommens für den Schulbetrieb.

Parallel dazu werden zwei essenzielle Systeme umgesetzt: eine Solaranlage für eine stabile Stromversorgung von IT-Raum, Beleuchtung und Sicherheit sowie Wasseraufbereitung und Reservoirs für Hygiene, Garten und langfristige Versorgung. Damit wird der Schulbetrieb unabhängig, verlässlich und ausbaufähig.

Zudem befinden wir uns in der finalen Auswahl eines Projektmanagers, der ab 2026 dauerhaft vor Ort leben und das Projekt täglich begleiten wird. Seine Aufgaben umfassen die Koordination aller Programme, die Unterstützung der Lehrpersonen, den Aufbau und die Pflege des Schulgartens sowie die Verbindung zwischen Schule, Dorf, Behörden und Stiftung. Dieser Schritt markiert den Übergang in eine Phase kontinuierlichen Wachstums.

Danke – Gemeinsam Zukunft schenken

Was in Gereba geschieht, ist nur dank der Unterstützung vieler engagierter Menschen möglich. Jeder Beitrag fliesst direkt in Bildung, Infrastruktur und Programme vor Ort. Wer in Bildung investiert, stärkt eine ganze Region – nachhaltig, langfristig und wirkungsvoll.

Neu ist es zudem möglich, Spenden auch bequem per TWINT zu tätigen. Unsere Website ist ausserdem vollständig auf Englisch verfügbar.

Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern von Herzen, dass sie diesen Weg mit uns gehen.

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